Die Welt ist hungrig nach Öl - Nach der jüngsten Studie der US
Geological Society USGS
http://www.usgs.gov schlummern in der
Nordpol-Region ungefähr 90 Mrd. Barrel Erdöl und drei Mal so viel
Erdgas. Damit könnte die Weltnachfrage für insgesamt drei Jahre
gestillt werden, berichtet BBC-Online. Umweltexperten und Ökologen
warnen indes vor einer Gefährdung der ohnehin fragilen Region, die
bisher von industrieller Ausbeutung weitgehend verschont geblieben
ist.
Die Zahlen der USGS sind jedenfalls vielversprechend, denn in der
Region nördlich des Polarkreises liegen etwa 13 Prozent der noch
existierenden Öl- und 20 Prozent der noch existierenden natürlichen
Gasreserven. "Ehe wir weitere Entscheidungen treffen, ob und wie wir
diese Reserven nutzen, müssen wir feststellen, wie groß die Vorkommen
tatsächlich sind", meint USGS-Direktor Mark Myers. Der noch amtierende
US-Präsident George W. Bush hat im Kongress bereits dazu gedrängt das
Moratorium der Ölbohrungen in den US-Gewässern aufzuheben, um die
Vereinigten Staaten weniger abhängig von Ölimporten zu machen.
Erdölkonzerne sehen durch das stark schmelzende Eis schon Chancen auf
eine rasche Ausbeute dieser Vorräte. Ganz neu sind die Expertisen der
US-Forscher nicht, denn auch sie stützen sich auf bereits existierende
Messungen der angrenzenden Staaten - und dabei werden Unterschiede in
der Qualität der Daten offensichtlich, wie die USGS auch berichtet.
Vor allem das Gebiet um Ostgrönland ist aufgrund der Eisschicht nur
rudimentär ausgewertet. Deutlich wird nach den jüngsten
Untersuchungsergebnissen, dass die Erdöllagerstätten direkt am Nordpol
sich nicht lohnen. "Unsere Resultate zeigen, dass die Geologie am
Nordpol im Hinblick auf Öl nicht interessant ist", so der Leiter des
USGS-Teams Don Gaultier.
Zum Argument, dass vor allem die reichen Öllagerstätten, die an den
Küsten der Polarländer liegen, nur schwer auszubeuten sind, stellen
Experten klar, dass dies in Anbetracht des hohen Rohölpreises kein
Problem mehr darstellt. Über die ökonomischen Hintergründe und auch
die Preisfrage wie viel die Bohrungen und die allfällige Ausbeutung
kosten und ob es sich lohnt, will die USGS im kommenden Jahr eine
Studie erstellen.
Umweltschützer sind allerdings in Alarmbereitschaft, wenn es um die
Ölbohrungen in den Polarregionen geht. Ein Bericht des A rctic
Monitoring and Assessments Programme AMAP http://www.amap.no hat erst
Anfang des Jahres vor den Folgen von Öllecks im Nordpolarmeer gewarnt.
"Bei Unfällen in solchen extrem kalten Gewässern wird das Öl extrem
langsam abgebaut", meint auch Greenpeace-Meeresexpertin Antje Helms
http://www.greenpeace.at im pressetext-Interview. "Die Folgen von
Öllecks hinterlassen jahrzehntelange Spuren." Das haben Fälle im
südpolaren Meer deutlich gezeigt. Zudem sei die Beseitigung von Öl in
den schwer zugänglichen Regionen sehr schwierig.